Montag, 25. Juli 2011

Winterurlaub Sommer 2011

Gestern haben wir den nächsten 6. Geburtstag gefeiert.
Mit so einigen Kids, vielen Geschenken und leckerem Essen.
Der Garten war ideal für alle zum sitzen, sonnen, schaukeln,
rutschen, Trampolin springen, experimentieren. Schön.

Viele Jacken haben wir uns heute angezogen um überhaupt
vor die Tür gehen zu können. In diesem Jahr haben wir beide
unseren allerersten Winterurlaub mitten im Sommer und
jede menge Erfahrungen dadurch sowieso. :-)

Wir leben gerade luxuriös, pendeln zwischen zwei Wohnungen.
Haben einen Balkon, Viechzeug und Geschirrspühler.
Um sieben krähte der erste Hahn, bzw. das halbe Kücken und
nach dem Frühstück stiefelten wir hinaus in die Stadt.
X-Berg, und so.
Bauernhof, Görlie, schlendern, gucken, sitzen, lesen, spielen.
Das Mittagessen brachte uns ein netter Inder an den Tisch.
Yam yam....aber sowas von lecker.
Nun würfeln wir um die Wette, bauen die Eisenbahn auf,
spielen verstecken,
haben gepuzzelt und spielen, wie im wahren Leben, Prinzessin.

Und heute vor einer Woche????
Halb vier in der Frühe sang uns in warmen Tönen der Wecker wach.
Aufstehen, anziehen (Mama hatte schon abends alles hingelegt und gestellt)
Taschen nehmen und in’s Auto setzen. Tante Mindy steuerte uns
um vier Richtung Tegel. Hellwach war ich um diese Zeit.
Und ein bisschen aufgeregt. Endlich, nach fast 2 Jahren wieder fliegen.
Ich mag fliegen sehr gern.

Tickets drucken, anstellen, einchecken. Verabschieden. Das vorletzte Mal an diesem Tag.

Als nächstes die nächste Sicherheitsschleuse. Meinen Rucksack lege ich in eine große Plasteschale. Meine Jacken in die nächste. Als ich durch das Metalltor laufe passiert…. nichts.

Hinsetzen, warten. Hach sieh an, vor unseren Augen steht das Flugzeug und wird beladen. Essen, Trinken, Treibstoff, Schnickschnack. Am ende rollert unsere Reiserucksack und der Buggy vorbei. Beides wird ziemlich unsanft unten in den Flugvogel gestopft. Langsam werden alle Wartenden geschäftig. Wir stehen auch auf und sind die zweiten, die die letzte Kontrolle passieren und durch den Schlund laut kreischend ins Flugzeug rennen. Freundlich begrüßt werden wir hier, von schönen Damen in hellblauen Damenanzügen, und setzten uns sofort an unseren Fensterplatz. Ein bisschen dauert es noch aber nicht mehr lang. Wir rollen rückwärts und fahren dann langsam vor. Rollen und rollen. Das dauert aber.... Plötzlich wird es laut, wir werden in die Sitze gedrückt, steigen sehr steil auf. Ich muss kichern weil plötzlich alles so schnell geht. Kleiner und kleiner wird. Mama kichert auch. Unsere Stadt wird schneller und schneller kleiner. Wir tauchen durch die grauen Regenwolken hindurch. Bye bye Berlin. Und siehe da: Hello Sonnenschein.

11994 m hoch, 808 Km schnell. Großartig. Wir starren auf die Wolken ganz weit unter uns.

Und auf den Horizont, oder was auch immer das da am ende ist, wo Wolken auf Himmel treffen. Weiß auf hellblau. Ich starre und gucke, erzähle und frage. Es ist mir unbegreiflich warum Flugzeuge einfach so fliegen und wir in 47 Minuten schon da sein können.

Langsam schweben wir vom Himmel hinab zurück zur Erde. Wir sind mitten in den grauen Wolken, können nichts mehr sehen und es regnet stark. Dann, Wiesen, Kühe, Flüsse. Eine Landebahn. Wir setzen ganz sanft auf. Bremsen. Rollen.

Aussteigen. Flughafen Schiphol. Mama hält mich ganz fest an ihrer rechten Hand, erste Orientierungen. Hinterher laufen. Traben. Laufen. Warten, auf das Gepäck. Fahrkarten für den Zug kaufen. Bahnsteig suchen, suchen, fragen, suchen, fragen, einsteigen. Nach 20 Minuten kommen wir in Centraal Station in AMSTERDAM an. Mama kreischt vor Glück. Ich mache mit. Die Leute gucken uns nett an.

Orientieren, Gucken. Laufen. Zurück gehen. Gucken. Fragen.

Draußen ist es grau. Es regnet in Strömen, die Wagenplane wird aufgespannt. Ich schaue mich ganz erstaunt um. Sooo viele parkende Fahrräder hab ich ja noch nie gesehen. Und wie sich später herausstellen wird… das waren noch nicht mal alle! Mama kramt herum und zieht ihre Rubberboots an. Sie meckert, es gibt hier kaum bis keine Taxis. Ich bin müde. Mama macht mir den Buggy schlafklar. Sie muss nun noch 2 Taschen mehr zum Riesenrucksack tragen. Das ist mir egal, ich kuschel mich in die Flauschdecke und bin in 2 Minuten bin schon eingeschnuppelt.

Uaaahhh. Recken und strecken. Es regnet ja immer noch. Warum sind wir denn immer noch beim Bahnhof? Mama ist müde und ko. Sie ist gelaufen und gelaufen und hat wohl das Hotel nicht gefunden. (Naja, schöne Fotos hat sie zumindest schon gemacht.) Bei dem Regen war keiner da zum fragen, kein Taxi. Hier an der Centraal Station haben wir Glück und ergattern jetzt eins.

Weiß, leuchtend und groß taucht irgendwann ein riesiges Schiff vor uns auf. Wir halten an.Pier 3- NDSM Werft. Amstel Botel. Unser Piratenquartier. Ich bin platt und werde ganz hibbelig.Unsere Kajüte liegt auf Deck drei. Room 341. Blick auf das Wasser und die Stadt. Wir sind sprachlos. Schnell Klamotten auspacken, umziehen, neue Regenklamotten an und ab zur ersten Stadterkundung. Ich sitze gemütlich eingemurmelt in meinem Wagen. Die Plane schützt vor dem strömenden Regen. Wir gehen 100 Meter zum Fährensteg. Diese Stadt existiert praktisch ja nur auf und mit Wasser. Also gibt es hier kostenlose Fähren die die Menschen auf den großen breiten Wasserwegen hin und her fahren. Aufregend sage ich ihnen!

Die Wolken sind so tief grau und schwer, sie hängen fast auf unserer Fähre. Der Regen prasselt, der Wind stürmt und zerrt und doch sieht alles so wunderschön aus. Mama lächelt in die Stadt hinein. Dann beugt sie sich zu mir herunter und erklärt mir einiges und am ende, dass es morgen besseres Wetter geben würde, sie wisse es ganz genau, wenn Engel reisten…. , wir hätten uns das verdient und das die Stadt nur auf uns gewartet hätte. Ich kichere, nicke und glaube ihr natürlich kein Wort.

Als die Fähre ankommt, karrt meine Wagenschieberin mich so schnell an allen vorbei, dass ich das Gefühl habe, sie käme nicht schnell genug vorwärts um endlich in Amsterdam einzutauchen.Wir erkunden das Gebiet um Centraal Station, laufen über und unter Brücken, gehen über Straßen, machen erste graue, nass triefende Fotos, kichern, schnattern um die Wette.Irgendwann ist es plötzlich schon so spät, wir haben hunger. Wir decken uns mit „irgendwelchen“ Brötchen ein. Salat, Obst, Yogi, Saft. Die Fähre bringt uns zum Schiff zurück. Die Heizung wird angeschmissen, es wird wärmer, die Klamotten beginnen zu trocknen. Während Mama heiß duscht, krame ich nach meinen Piratenutensilien. Auf dem Bett sitzend essen wir unser Abendmahl mit Blick auf das tosend Wasser und die verhangene Stadt. Das Boot wackelt und wankt bei dem Wellengang. Die „irgendwelche Brötchen“ heißen „Ah zachte witte Bol“ und entpuppen sich als die Hammer-lecker Brötchen die wir wohl je gegessen haben. Watteweich. Wenig später liegen wir zwei Damen im Doppelbett und schlafen tief und fest.

Was für ein Tag!

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