Während sie sich drei Wochen lang mit schlechtem Wetter in aller Weltgeschichte
rumplagen mussten, lagen wir auf der faulen Haut in Buckow, im weißen Schloss,
bei unserer verordneten Mutter-Kind Kur.
Wir bewohnten ein zwei Zimmer Apartment mit eigenem Bad und Blick auf den See.
(Von dem aus am Morgen oft ein atemberaubender Sonnenaufgang zu bewundern war.)
Ich (Mama) musste soviel Sport wie wohl noch nie in meinem Leben machen.
Der Muskelkater ließ uns wohl aber alle eher durch die Gänge schleichen als hüpfen.
Wassergymnastik (kleine Schwimmhäute zwischen den Zehen hatten sich
schon nach wenigen Tagen gebildet, die Hände befanden sich im „Dauerschrumpelzustand“),
Gymnastik, Nordin walking, Rückenschule (die Muskeln sollten sie jetzt
mal sehen….ha ha!!!), Pilates
( wie sehe ich meinem Po am besten von Hinten?) und PMR, um nur einiges zu nennen.
Zwei bis drei Stunden am Tag Sport, den man auch zeitlich vorgeschrieben
und hin bekam, da ja das gesamte einkaufen, Essen zubereiten, Tisch decken,
(Das Essen wurde sogar serviert oder beim Buffet konnte sich jeder selbst bedienen.
Da ja Sarah auch zum zunehmen hier war hatte sie nach den drei Wochen
2 Kg mehr auf den Rippen. (An dieser Stelle wird verschwiegen, dass ihre
Begleitperson 4 Kg zunahm, wir sagen mal einfach „ natürlich reine Muskelmasse“!) )
und abräumen sowie der Abwasch weg fielen, den hier Angestellte des Hauses
übernahmen. Nicht mal den Müll musste man selber runter tragen, geschweige
denn sein Zimmer selber putzen. Luxus pur. Nach dem Wäsche waschen durfte
der Hauseigene Trockner „genossen“ werden. (Wir wollen jetzt auch so „Was“ haben!!! )
Freizeit an Stellen, wo sie bisher noch nicht bekannt war, geschweige denn
vermutete wurde.
So war es möglich, noch mehr Zeit als sonst zusammen zu verbringen.
Was auch getan wurde.
Wir kneippten schon morgens um acht und aßen dann reichlich Frühstück.
Erst wurde im eigenen Bad inhaliert, dann, nach einem ordentlichen Donnerwetter,
zweimal am Tag am Gerät mit ordentlichem Salzzusatz in der Praxis.
Viel, viel Zeit wurde in der Schwimmhalle verbracht. Stundenlang geturnt in der
riesigen Turnhalle, auf dem Trampolin gesprungen, geklettert und Kinderyoga betrieben.
(Am schweißtreibendsten war das freiwillige Kinderturnen mit Frau K.,
die mit der Trillerpfeife auch den letzten Kasperkopf in Griff hatte und uns hin und her
scheuchte zu lustiger Musik und abschließendem Gekicher.
In der hauseigenen Sauna haben wir 2-mal die Woche gesaunert und Kindersaunern
organisiert.(Sarah kochte im Aufgusstopf die Palette der guten Küche rauf und runter,
rührte mit dem mega großen Holzlöffel emsig um und verteilte Imaginäres Essen
auf Holzbänke und Hände.)
Der Kurort an sich wurde erkundet
mit seinen schmalen Gassen, alten Häuser, Tälern und Bergen.
Den Spielplatz im Schlosspark haben wir natürlich ebenfalls unsicher gemacht.
(Die neuste Leidenschaft der jungen Dame…wippen! Toll mit nur einem Kind! )
Eis wurde geschlemmt im Tante-Emma-Eisladen Roth, den wir hier ausdrücklich
empfehlen können, mit jeder menge Kinderdeko, Süßkram, Haarzeug und einem Armband.
Freundschaften wurden geschlossen unter Großen und kleinen Leuten. Sarah
freundete sich mit Anna an. Mit Greta und Lilly. Ab der zweiten Woche wurde
nun nicht mehr nur in der Hauseigenen Kita abgehangen, sondern auch beim
essen und anderen Freizeitdingen.
Malen und CDs hören, spielen im Spielzimmer.
Meinereiner (für alle die sich immer wieder fragen warum diese Floskel hier immer
wieder mal verwendet wird….. Bugs Bunny Fan lässt grüßen und es ist
auch sonst so schön passend) ließ sich mit den Ladys Gesine,
Katja 1 und 2, Barbara, Anne und Stefanie ein.
Wir organisierten und schmissen eine Kaminfeuerparty mit einem sehr heißen Ofen
und selbst gemachtem Kinderglühwein.
Bekamen im Schwimmbad zur Abschlussfeier alkoholfreie Cocktails serviert,
während die Kinder noch mal zwei Stunden im Kindergarten abhängen mussten
und bekamen am letzten Tag noch mal das volle Sportprogramm von A bis Z
von der „Kur-Leitung“ verabreicht,
so das wir regelrecht erholt und auf allen vieren das Schloss verließen.
Neu für uns beide war auch, das ab dem 1. Dezember „verordnete“ Türchenöffnen.
Sarah hatte drei an der Zahl, was nicht beabsichtigt war, und konnte so dreimal
am Tag, nach jeder Mahlzeit nämlich, ein Türchen öffnen.
Ja selbst der Nikolaus trudelte pünktlich hier ein und so hatten wir Obst und
Süßkram in unseren geputzten Stiefeln. Bei Sarah saß der
„in London verloren gegangene“ Sandmann (natürlich neu noch mal wo ergattert!)
oben auf dem Schuh.
Na das Freudengeschrei war im ganzen Haus zu hören!
Und auf dem Weihnachtsmarkt haben wir wirklich den Weihnachtsmann getroffen.
Na da riss die kleine Dame aber ihre Augen ganz schön weit auf und sahnte einen Teddy ab.
Und am letzten Wochenende schneite es! Während des Frühstücks fielen ganz
sachte dicke Watteflöcken vom Himmel.
"Frau Holle. Frau Holle. Die schüttelt ihre Betten aus, da fällt für uns der Schnee heraus!"
Wir bedanken uns für eure zahlreichen SMS, Briefe, gemalten Bilder, Geschenke
und Anrufe, allen die an uns gedacht haben, sowie dem uns besuchenden Besuch!
Und nun?
Der Wettlauf geht in die nächste Runde….
Noch 8 Tage, dann kommt der Weihnachtsmann.
Ho ho ho und Sport frei!
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