Samstag, 21. Juli 2012

Waldelfen die grillen

Es war einmal...
an einem grau sonnigen Samstag ..
in einem fernen Land..
in einem hohen Turm...
eine mittelgroße Prinzessin.
Dort lebte sie mit ihrer Mutter der Königin.
Nach einer ruhigen Nacht saßen sich beide an der großen Tafel im Speisesaal gegenüber und aßen ganz entspannt die erste Mahlzeit des Tages.
Goldenes Toast, glänzenden Honig von güldenen Tellern.
Das lustige Eierhämmerle von Tante Mindy kam zum Einsatz. Gekicher.

Gegen zehn schellte es am Tor.
Schnell eilten beide Damen die schier unendlich lange Wendeltreppe hinunter, begrüßten Alexandra und Daniel und sprangen mit ihnen zusammen in die schon angespannte Kutsche.
Richtung Süden ging es ein wenig. Und noch ein wenig mehr.
Über Wiesen und Felder, Dörfchen (Zeesen,Körbiskrug) vorbei an Wäldern, Seen und Klappbrücken.
An einem Waldrand machten wir Stopp, griffen nach dem Körbchen und begaben uns auf Pilzsuche.
Wir stapften durch viel, viel weiches Moos, über Baumstämme, durch Spinnennetze. Fanden rote Fliegenpilze, Stöcker zum schnitzen, Waldameisen und einen kleinen Laubfrosch.
Zwei schhillerne Blindschleichen lagen am Wegesrand im Gras, sonnten sich und wurden von uns neugierig beäugt und schlängelten sich dann davon.
Das Körbchen füllte sich auch im zweiten und dritten Wald nicht mit Pilzen.
Dafür wurde geschwiegen, gekichert, gesungen, gerannt,gesprungen, gekrochen, gekletter, Händchen gehalten, gefachsimpelt, fotografiert. . .    .
Auf der Rückfahrt, knapp vier Stunden später, schlummerten drei Damen und ein Kutcher kutchte.

Wieder im Schlossturm begannnen die kleine und die große Dame mit den Vorbereitungen für ein grillen ohne Regen.
Sie füllten Auberginen und Tomaten, schnippelten Oliven, kochten Nudeln, würfelten Tofu, sorierten Saitanwürstchen und Maiskolben, rührten Grillketchup, steckten Pilzspieße, packten große Taschen.

Ein wenig aufgeregt waren die beiden schon, als sie sich in  Richtung ehemaliges Rollfeld von Temepelhof begaben. Lange waren sie nicht mehr hier gewesen. Soooo weit konnten sie schauen, ohne das irgendwas in die Quere kam. Ganz hinten war alles ganz klein. Drachen flogen umher, Ball wurde gespielt, geskatet..... .
Schnell waren die Decken ausgebreitet, der Grill aufgestellt, die Beine lang gemacht.
Wenig später saßen Sarah und Mama, die Vormittagsbegleitung plus Eins inmitten von so viel unglaublich leckerem Essen, das sie gar nicht wußten womit sie bloß beginnen sollten.
In der Zwischenzeit schnitzte die Prinzessin mit ihrem Taschenmesser allerlei Muster in den wanderstock und tobte mit den zwei anwesenden Herren, während die Königin dann den Wanderstock fast fertig schnitzte.

Die Sonne neigte sich spät am Abend langsam dem Ende und versuchte hinterm Fernesehturm zu verschwinden. Verabschiedungen. Tränenreiche. Freudige.
Am Rande des Areals angekommen, wurde küssend Alexandra verabschieder und dann drehten sich beide Damen noch ein letztes Mal um und blinzelten in die schier unendlich orange Sonne und entschwanden dann ganz still in ihren Turm zurück.

Und wenn nichts dazwischen kommt, dann werden sie wohl in dieser Erstbestzung sehr bald wieder grillen.




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