vorsichtig sehe ich um den türrahmen des bades, da steht sie, auf dem plastehöckerchen am kinderwaschbecken.
das wasser läuft in einem großen strahl aus dem glänzenden hahn, es schäumt regelrecht auf, tropfen spritzen in alle richtungen.
die augen des kindes sind geweitet, erheiterung und faszination ist ihr eindeutig anzusehen.
sie sollte, nach dem mittagessen im kreise von 15 anderen kindern, ihre hände waschen gehen.
„oh mit wasser, sehr gerne…“ wird sie wohl gedacht haben, als sie sich zum waschbecken begab und das wasser aufgedreht wurde.
der waschlappen wird nun auf den ausfluss gestopft, das wasser sammelt sich zügig. eine hand drückt den lappen zum verstopfen, die andere platscht mit voller wucht auf die wasseroberfläche. sie grinst.
nun zieht sie den lappen mit einer schnellen bewegung nach oben, so hoch dass das wasser an händen und armen herab läuft, pulloverärmel werden durchtränkt.
fasziniert schaut sie den rinnenden bächen richtung fußboden hinterher.
sie wiederholt alles noch einmal, dann noch einmal.
ich habe es mir inzwischen in der tür bequem gemacht, schulter und kopf lehnen am rahmen.
der blick geht zum spiegel und sieht hinein. noch einmal ein grinsen, als sie sich selbst darin entdeckt. sie weiß sie ist es selber und grinst sich noch einmal zu, dann streifen die augen wieder ab, entdecken die seife.
sie nimmt sie in beide hände und hält sie unter den immer noch beständig fließenden wasserstrahl. sie bewegt sie etwas ungeschickt in den händen hin und her, da glitschig und langsam wird die seife an sich kleiner und kleiner und der schaum im becken mehr und mehr.
andere kinder betreten den raum, sie schaut auf, um wen es sich handelt.
nun, im spiegel, entdeckt sie mich, dreht sich schnell um, sagt leise „mama!!!“
dreht sich zurück, legt seife und lappen hin, dreht den hahn zu und gleitet vom hocker.
umarmen und fest halten, welches bis vor die haustür nicht mehr unterbrochen wird, außer zum anziehen und verlassen der kita.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen