Vor zwei Wochen, als hätte man es am Vorabend schon geahnt,
krähte das kindliche Hahnenkücken morgens
um sechs.
Nach einem leckeren Frühstück auf der Terasse wollten wir
dann auch gleich los die Insel weiter zu erkunden. Da es ein wenig nieselte,
zogen wir Gummistiefel, Regenhosen und Mäntelchen an, spannten den großen Schirm auf und trabten mit Proviant, Kamera und Eimer los.
Einen hohen Aussichtsturm hatten wir gestern schon gesichtet
und da wollte Sarah jetzt hoch.
Wir liefen allein. Kein Mensch weit und breit auf der
kleinen Strandpromenade, welche alsbald zum Strand und dann auch sogleich zum
dichten, grünen Wald wurde.
Wir liefen ein Stück hinein und standen plötzlich vor einer
riesigen Wand. Nur gut das es einen schmalen Weg in Schlangenlinien hinauf gab.
Wir kraxelten und schnauften.
Oben angekommen standen wir auf einer grünen Wiese, unter
dem Turm und konnten ins Dorf hinunter sehen.
Plötzlich war Sarah sehr aufgeregt. Sie hatte wahrlich und
echte Dinosaurierspuren gefunden.
Beweismaterial haben wir natürlich geschossen! Also ganz
eindeutig….sehen Sie selbst!
Die Stufen des Turmes erklommen wir bedächtig. Auf den
letzten Stufen fand das Kind eine gestürzte Schwalbe neben dem abgefallenen
Nest.
Von hier oben konnten wir weit, weit ins Land und aufs Meer
blicken. Ein großartiges Gefühl. Wo liegt das Festland? Wo hört das Wasser
auf? Ist das da drüben Skandinavien?
Wäre es tatsächlich möglich das….?
Kichern Sie nicht! Wir haben Dinospuren gefunden! Wenn wir
unterwegs sind ist immer alles möglich und die Sonne haben wir stets in unserem
Handgepäck! Können Sie glauben!
Wir entstiegen dem Turm und wanderten weiter.
Ein kleines Wäldchen, eine Steilklippe, kleine Wanderwege,
eine riesige Blumenwiese.
Mohn, Korn, Getreide.
Weinbergschnecken, gelbe Schnecken (Können Sie sich daran
erinnern….damals, vor über zwei Jahren, das Häuschen am Meer, da gab es auch
nur gelbe Schecken. Wir werden wohl noch mal hinfahren müssen, um unsere These
zu bestätigen, dass gelbe Schnecken vorwiegend an der Ostsee leben.)
Wir passieren das Schildchen „Mönchgut“, rennen den Berg
runter und klettern dann vorsichtig zum Wasser hinab, finden Tonnen von
angeschwemmten Muscheln und bekommen gar nicht alle in den kleinen Eimer.
Picknick inmitten von
Mohnblumen.
Der Himmel klart auf, wird ganz blau. Die Sonne strahlt los.
Klamotten auspellen und verstauen ist plötzlich angesagt, und dann stratzen wir
dem „Endhacken“ entgegen und treffen hier auch wieder auf unsere Begleitung.
Den allerersten Hühnergott finden wir an der äußersten
Spitze. Mehr Rügen geht nicht mehr.
Weißer, warmer Sand umspielt unsere Füße, welche diesen mit
den Zehen kräftig kneifen, um vorwärts zu kommen.
An der Bottenseite laufen wir zurück. Aufgeregtes gucken und
hals lang stecken ist plötzlich angesagt. Da hinten, da ist irgendwas….. aber
was???
Es könnten Steine im Meer sein, aber……aber NEIN…..wir sind
hier, sind uns schnell einig, ganz eindeutig: ein Wal. (siehe Foto oben drüber! ) :-D
Über Wiesen mit Kühen geht es im Sonnenschein weiter und
nach Stunden stehen wir wieder vor der Haustüre.
Ein wenig ruhen. Die Strandsachen zusammen packen, denn die
brauche wir, da wir uns kurze zeit später in das salzige Ostseewasser begeben
und schwimmen und planschen, hüpfen und paddeln, tauchen und lachen.
Stunden um Stunde verrinnt.
Wir sammeln Muscheln, baden, rennen, gucken, starren aufs
Meer, lesen und lassen vorlesen, plauschen,
wandern, klettern.
Am Abend fallen wir in die Betten und haben das rauschen des
Meeres immer im Ohr.
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