Freitag, 13. Juli 2012

MeerFreitage


Vor zwei Wochen, als hätte man es am Vorabend schon geahnt, krähte das kindliche Hahnenkücken morgens  um sechs.
Nach einem leckeren Frühstück auf der Terasse wollten wir dann auch gleich los die Insel weiter zu erkunden. Da es ein wenig nieselte, zogen wir Gummistiefel, Regenhosen und Mäntelchen an, spannten den großen Schirm auf und trabten mit Proviant, Kamera und Eimer los.







Einen hohen Aussichtsturm hatten wir gestern schon gesichtet und da wollte Sarah jetzt hoch.
Wir liefen allein. Kein Mensch weit und breit auf der kleinen Strandpromenade, welche alsbald zum Strand und dann auch sogleich zum dichten, grünen Wald wurde.
Wir liefen ein Stück hinein und standen plötzlich vor einer riesigen Wand. Nur gut das es einen schmalen Weg in Schlangenlinien hinauf gab. Wir kraxelten und schnauften.
Oben angekommen standen wir auf einer grünen Wiese, unter dem Turm und konnten ins Dorf hinunter sehen.

Plötzlich war Sarah sehr aufgeregt. Sie hatte wahrlich und echte Dinosaurierspuren gefunden.
Beweismaterial haben wir natürlich geschossen! Also ganz eindeutig….sehen Sie selbst!
Die Stufen des Turmes erklommen wir bedächtig. Auf den letzten Stufen fand das Kind eine gestürzte Schwalbe neben dem abgefallenen Nest.
Von hier oben konnten wir weit, weit ins Land und aufs Meer blicken. Ein großartiges Gefühl. Wo liegt das Festland? Wo hört das Wasser auf?  Ist das da drüben Skandinavien? Wäre es tatsächlich möglich das….?
Kichern Sie nicht! Wir haben Dinospuren gefunden! Wenn wir unterwegs sind ist immer alles möglich und die Sonne haben wir stets in unserem Handgepäck! Können Sie glauben!
Wir entstiegen dem Turm und wanderten weiter.






Ein kleines Wäldchen, eine Steilklippe, kleine Wanderwege, eine riesige Blumenwiese.
Mohn, Korn, Getreide.
Weinbergschnecken, gelbe Schnecken (Können Sie sich daran erinnern….damals, vor über zwei Jahren, das Häuschen am Meer, da gab es auch nur gelbe Schecken. Wir werden wohl noch mal hinfahren müssen, um unsere These zu bestätigen, dass gelbe Schnecken vorwiegend an der Ostsee leben.)



Wir passieren das Schildchen „Mönchgut“, rennen den Berg runter und klettern dann vorsichtig zum Wasser hinab, finden Tonnen von angeschwemmten Muscheln und bekommen gar nicht alle in den kleinen Eimer.
Picknick inmitten von  Mohnblumen.
Der Himmel klart auf, wird ganz blau. Die Sonne strahlt los. Klamotten auspellen und verstauen ist plötzlich angesagt, und dann stratzen wir dem „Endhacken“ entgegen und treffen hier auch wieder auf unsere Begleitung.
Den allerersten Hühnergott finden wir an der äußersten Spitze. Mehr Rügen geht nicht mehr.
Weißer, warmer Sand umspielt unsere Füße, welche diesen mit den Zehen kräftig kneifen, um vorwärts zu kommen.




An der Bottenseite laufen wir zurück. Aufgeregtes gucken und hals lang stecken ist plötzlich angesagt. Da hinten, da ist irgendwas….. aber was???
Es könnten Steine im Meer sein, aber……aber NEIN…..wir sind hier, sind uns schnell einig, ganz eindeutig: ein Wal.   (siehe Foto oben drüber! )  :-D
Über Wiesen mit Kühen geht es im Sonnenschein weiter und nach Stunden stehen wir wieder vor der Haustüre.
Ein wenig ruhen. Die Strandsachen zusammen packen, denn die brauche wir, da wir uns kurze zeit später in das salzige Ostseewasser begeben und schwimmen und planschen, hüpfen und paddeln, tauchen und lachen.
Stunden um Stunde verrinnt.
Wir sammeln Muscheln, baden, rennen, gucken, starren aufs Meer, lesen und lassen vorlesen, plauschen,  wandern, klettern.
Am Abend fallen wir in die Betten und haben das rauschen des Meeres immer im Ohr.


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