Ach war Sarah aufgeregt, als es runter zum Frühstück ging. Sie drückte die Knöpfe damit der Fahrstuhl kam. Ab sofort war sie die ungeschlagene Fahrstuhl-Koordinatorin.
Beim Frühstück legte sie mit Messer und typischem Hörnchen, statt Brötchen, gleich mal los.
Ich verzog erstmal das Gesicht: Wieso war hier in allen Backwaren Kümmel? Am Ende war so viel Marmelade auf dem Hörnchen, dass von Kümmelgeschmack keine Spur mehr war.
Sarah kaute Käse, zerbröselte Cornflakes, blätterte Zeitung. Guckte ein bisschen dusselig das wir sooooo viele Hörnchen auf dem Tisch hatten, die viel zu schnell immer weniger wurden, als das man sie hätte essen können, und ich ihr das letzte in die Hand drückte, nach wenigen Schritten um die Ecke, sofort wieder wegnahm. Als wir aufs Zimmer zurückkamen, fühlten wir uns plötzlich wirklich mal wie Prinzessin und Königin. Die Betten waren gemacht, der Müll weg und vor allem die Wanne geschrubbt. Neue, frische weiße Handtücher lagen einladend für abends wieder bereit. Krasse Sache, Personal zu haben. Ha ha.
Und dann ging es erstmal los, diesen Stadtteil hier zu erkunden. Schließlich wollen wir ja wissen wo was ist. Und vor allem, nach dem Tag gestern Sarah mal einen ganz geordneten Ablauf bieten. So konnte sie in einigen Springbrunnen planschen, albern, sich rum fahren lassen, im Einkaufszentrum Karussell fahren. Im Tesco wurde toller unbekannter Kinderquark und Saft gekauft. Die lebenden Fische angeschaut.
Sehr wichtig: Fenistilgel besorgen sowie Antimückenspray!!!
Post, Polizei und Geldautomat waren gleich um die Ecke.
In einem Buchladen konnte ich ganz unbemerkt zwei ganz allerliebste Maulwurf-Ausmalhefte für das Herzchen kaufen, welche sie später im Hotel jauchzend entgegen nahm und immer wieder und wieder kleine Ewigkeiten durchblätterte. Sie war ja ganz untröstlich das der Schneemann schmilzt. . . . . Aber am Ende wird ihm geholfen.
Mittagessen vom Chinesen, langer Mittagschlaf, Tasche und Wagen packen und gegen drei ging es wieder den Schweißtreibenden Berg rauf zur grünen Metro.
Das Kind stempelte die Fahrkarte zur Prager Burg(Prazsky hrad) und wollte die ganze Fahrt alleine sich festhaltend U-Bahn fahren. Wir fahren bis zur Station Dejvicka, steigen da in die Straßenbahn und landen an der Kathedrale. Ein „Wow “ auf die unglaubliche Größe des Veitsdoms und auf den fantastischen Ausblick über die ganze Stadt. Da wir uns ja nun schon gut auskannten, konnten Gebäude, bauten usw. zugeordnet werden. Die Königsgärten sind atemberaubend.
Langschlendern auf dem Platz, planschen an unzähligen Brunnen. Wir wollten uns das „Goldene Gässchen“ anschauen, wurden aber sehr unhöflich aufgefordert so einige Taler zu bezahlen, was wir dann nicht taten, vielleicht das nächste mal, und stiegen an den Weinhängen ein paar hunderter Stufen wieder zum Moldauufer hinab.
Hier verschwand ich mit dem Kinde zum ausruhen im Wallenstein Garten. Hier war es so wunderbar. Wir hätten Ewigkeiten hier verweilen können. Diese Stille. Diese unglaubliche Stille in diesem Garten, neben der Metro, mitten in der Stadt.
Über den Rasen rennen, rum sitzen, essen, trinken und vor allem Fische füttern.
Da ich von der anderen Seite am Vortag einen kleinen Abschnitt mit Ministrand an der Moldau erspäht hatte, ging es nur wenige Meter weiter dorthin. Hier wurden die früh heimlich vom Frühstück eingesackten Hörnchen ausgepackt, ein wenig selber dran geknabbert und dann aber doch fast ausschließlich von Sarah an die Enten und Tauben verfüttert.
Durch Gassen und Gässchen schlendern. Ich bin den zweiten Tag beeindruckt wie viel Sarah alleine läuft. Entlang der Moldau, über eine Brücke, die unter sich grüne Inseloasen beherbergt, direkt auf das Nationaltheater (Narodni divadlo) drauf zu. Um dann albernd am Tanzendem Haus, von Frank Gehry, zu stehen. Und ja, es tanzt wirklich.
Da es so warm war und wir wirklich schon so viel gelaufen waren, gönnten wir uns eine Metrofahrt von Karlovo namesti zurück zum Muzeum.
Hier bekommt Sarah die gewünschten Pommes, schließlich ist Urlaub, da darf mal ungesund gegessen werden! Danach, ja ist es denn zu fassen, noch eine Kugel Eis auf dem Wenzelsplatz, Metro fahren, den Berg singend runtersteigen, vor dem Hotel Seifenblasen machen, wieder zusammen baden gehen und die Wanne erneut ganz doll dreckig verlassen. Kichern, reden und angucken bis wir eingeschlafen sind.
malen mit fingerfarben im dunklen wohnzimmer, während es draußen regnet.
die ersten vier erdbeeren wurden von sarah geerntet.
großartig.
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