Ein grauer Morgen der langsam in's rollen kam und plötzlich mit
wirren Schneeflocken vorm Fenster einen Zwischenstopp hielt.
Zum Mittagessen versuchten wir zwei uns an unserer im ganzen
Leben allerallerallerersten Tortilla. Mit Kartoffeln.
Schälen und schnibbeln, brutzeln. Warten. Wenden.
Aufgeregt waren wir. Für neues sind wir zwei ja immer
zu begeistern! Es funktionierte. Fantastisch!!!
Und: Es schmeckte. Wir behaupten mal, wir mögen spanisches Essen. :-)
Nur die Scheibchen müssen wir das nächste mal noch dünner schneiden.
An die hundert, wenn nicht gar tausend Farbtöpfchen standen wenig später
im Wohnzimmer auf dem Boden verteilt. Riesige weiße Blätter die nach und
nach zu bunten wurden. Der Sonnenschein tobte sich auf allen Ebenen
dieser Kunst mit aufgemalten Geschichten aus.
Schnell waren die Heizungen überfüllt mit zu trocknendem Papier.
Bunter und bunter wurde es im warmen Zimmer im Gegenzug
zum kühlen kalten Grau da draußen.
Später, später murmelten wir uns ein und machten uns mit einem
riesigen Regenschirm bewaffnet die 98 Stufen hinab in
Richtung U-Bahn. Schönes hatten wir geplant und sehr aufregendes vor.
Unter der Stadt ging es durch das Tunnelsystem im Minutentakt.
Aussteigen, Treppen steigen, warten, einsteigen, weiter.
Dunkelheit wechselt sich ab mit Helligkeit und umgekehrt.
Kacheln, Fliesen, Namens und Werbeschilder fliegen vorbei.
Im tiefen grau steigen wir in die S-Bahn und winken dem Fernsehturm,
der heut sooo groß ist, das seine Spitze in den Wolken verschwunden ist.
Ein kleines Stückchen laufen wir noch mit der Bahn mit.
Sie ratternd und quietschend oben, wir still und Händchenhaltend unten.
Der Monbijoupark liegt zu unseren Füßen.
Wir laufen mitten in ihn hinein, durch den Nieselregen hindurch und
machen erst halt vor der "Märchenhütte".
Ganz wunderbar dieses Holzhäuschen umrandet von Bäumen
so inmitten all diesem Beton. Beruhigend. Irgendwie.
Leider wird an er Kasse ganz schnell klar, wir bekommen für heute
keine Märchenkarte mehr. Für morgen auch nicht.
Nächste Woche und die Woche drauf auch nicht..... .
Diese Stadt muss viele Theaterfreunde beherbergen. Wir ahnten
es kaum und können hier leider nicht verhandeln.
Ein paar Tränchen kullern bei der kleinen Dame.
Dafür verweilen wir noch eine kleine Ewigkeit auf dem Spielplatz
im Park. Rutschen, klettern und schaukeln.
Monbijou entlässt uns leise säuselnd aus seinen fast unergründeten Fängen.
Wir schleichen im dunkeln, an den hohen Wänden vorbei schiebend,
zur quietschenden Raupe zurück.
Sie erwartet uns schon mit ihren großen blanken, hell leuchtenden Augen.
Am Alex steigen wir aus. Und während alles vor den frisch geputzten
Scheiben vorbeihetzt, schiebt und drängelt, sitzen wir nebeneinander
in einem Cafe, machen Pause und essen Eiskrem.
Im strömenden Regen, eng aneinandergeschmiegt, unter dem großen
grünen Schirm, laufen wir platschend durch die Pfützen nach Hause.
Wir dürfen das, wir tragen Gummistiefel.
Daheim pellen wir uns aus, wärmen uns auf, essen zu Abend.
Und dann verkriechen wir uns in unsere Quarzhöhle und
experimentieren und zaubern eigene Kristalle.
Abmessen, umrühren, auflösen, färben, kochen.
Nun müssen wir warten was da so passiert im Glas.
Derweil schneit es vor den Schlosstoren und Sarah schwebt im
warmen und flauschigen Reich der Träume.
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