Dienstag, 21. Juni 2011

Zwei Damen


und ein Haushaltstag.

Es war einmal in einem fernen Land, am Tage des Sommeranfangs,
eine kleine Prinzessin und ihre Mutter die Königin.
Mit den ersten Arbeitsschlägen der Dachdecker über ihren Köpfen
wurden beide Dame geweckt, guckten sich an und kicherten.
Nach einer lauten und dollen Kitzelattacke standen beide auf und begannen
sich ein königliches Frühstück mit allem drum und dran zuzubereiten.
Hierbei beschlossen die zwei, endlich heute und ganz wirklich einen neuen
Fahrradhelm zu kaufen. Der Alte, war fast zu klein, aber saß wackelig, die
Riemen waren abgerissen, kaputt, verdreht, 2 Risse im Material.
Sarah war aufgeregt, endlich ein Helm wie er sein sollte.
Danach verschwand die kleine Dame in ihrem Zimmer zum spielen und
die Große verstaute allen wichtigen Unterlagen für den nächsten wichtigen
Arzttesttermin in ihrer Tasche.
Dann hopsten beide fast tausend Treppenstufen hinunter. Im Hinterhof waren wieder unmengen an Schnecken unterwegs, die nun nach und nach an die
Seiten getragen und abgelegt wurden. Bei der Letzten wurde die kleine
Prinzessin plötzlich ganz weinerlich und rief: Mama! Die Schnecke ist krank....
sie hat einen ganz kalten Schneckenfuß. Guck mal. Und tatsächlich, sie war
wirklich ganz kalt. Sarah pustete ein wenig warme Luft zu und setzte sie
dann zum aufwärmen in die Sonnes, natürlich nicht ohne ihr vorher
"Gute Besserung" zu wünschen.
Gleich danach schwangen sie sich auf das Rad und brausten los.
Unterwegs gab der Hinterreifen nach fast 9 Jahren den Geist auf und die
letzten Meter schoben sie den Drahtesel durch Kreuzberg.

Später, als alles "Da" erledigt war, liefen sie schiebend durch die Straßen und
machten endlich einen Zwischenstopp beim Radladen, nun nicht mehr nur um
einen Helm auszusuchen, sondern auch, um den Reifen flicken zu lassen.
Schnell fand das Kindchen einen neuen Kopfbesatz, der Rest brauchte etwas länger,
denn alles war hinüber.
Da es eh Mittagszeit war, beschlossen die beiden, dass das Rad ab jetzt erstmal
egal sei und wichtigeres unternommen werden sollte.
Mittagessen von goldenen Tellerchen beim Inder an der Ecke. Die Spatzen bekamen ihren Anteil gleich auch noch ab, sehr zur Freude der beiden. Schlendern zum Spielplatz. Seilbahnfahren.
Eine kleine Ewigkeit.
Danach aßen sie aus güldenen Schälchen mit pinkigen Plastelöffelchen Sojaeis.

Als sie zum "Frosch-Rad-Laden" (der hier aber sowas von nett, kompetent,
schnell und freundlich unbedingt empfohlen werden kann!!!) zurück kamen,
stand die Radkutsche fahrbereit da und wieherte schon ganz laut vor freude,
endlich wieder abgeholt zu werden. Während die großen Leute das Geschäftliche
erledigten, sortierte die kleine Prinzessin sämtliche Frösche aus dem Schaufenster
nach ihren eigenen Vorstellungen um, was ihr jede Menge Zuspruch und gekicher einbrachte.
Mit dem neuen Helm, dem neuen unkaputt, unplattbar Reifen machten sich
beide Damen auf dem Weg zum nächsten Spielplatz.

Um diese Zeit ist hier nie was los und somit standen fast alle schönen Dinge
nur den beiden zur Verfügung. Großartig.
Seilbahnfahren im zick zack, ganz schnell, im stehen, zu zweit, Sarah auf Mama stehend.
Die ganze Zeit kichernd, albernd, lachend, rennend, jagend.
Zeit zu zwei genießen. Gaaanz intensiv.

Später kamen ihre zwei fast Nachbar hinzu. Nun kolderten zwei Kids an der Seilbahn herum.
Meist beide zusammen kichernd fahrend.

Nicht "allzuspät" machte sich die Königun dann mit der Prinzessin auf den Rückweg, denn es hatte sich Abendessenbesuch angemeldet. Aus den einst gewünschten Kartoffeln wurde dann der nächste flotte nicht ganz so originale Italienerbesuch an der Sonnenallee.
Kichern mit Tante Mindy. Und singen mit Ariele.

Nach einer flotten Katzenwäsche trug die Königskatze das Babykätzchen in das Indianerzelt. Sie kuschelten und küssten sich und schon war die Sarah eingeschlafen.
"Was für ein großartiger Haushaltstag" dachte sich die Königin und begann endlich, sich um den Haushalt zu kümmern.
Bevor sie selber ins Bett umfiel dachte sie noch: "Töchter sind sehr zu empfehlen!"

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schurren und mautzen sich sie beide bald recht wieder durch ihr unglaubliches Berlin.

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