Montag, 5. Juli 2010

Es begab sich an einem Montag




Es war einmal eine Prinzessin, die lebte mit ihrer Mutter, der Königin,
glücklich und zufrieden in eines Schlosses hohen Turm.
Es begab sich an einem Montag, gleich nachdem die Königin die Sarah
aus dem Kindergarten abgeholt hatte, dass sich die Ereignisse dieses
Tages überschlugen.
Es gab plötzlich Verabredungen in der Hasenheide. Also schwangen sich
beide auf das güldene königliche Rad und sausten los.
An der Panierstrasse wurde es auf einmal sehr, sehr grau und dicke
Tropfen klatschten laut auf den Asphalt. Es waren nur wenige,
aber dafür sehr dicke, die nicht nur auf dem Weg nasse Stellen hinterließen,
sondern auch auf der Haut der Menschen, die sie aber heute
als eine schöne Erfrischung und Abkühlung empfanden.
Da kein Donner einsetzte und es nur ganz seicht tröpfelte, entschlossen
sie sich weiter zu fahren.

Auf dem Spielplatz war fast gar nichts los. Es war doch nur grau,
dafür aber mal nicht so heiß. Diana trudelte als Erste ein. Alexandra
gesellte sich wenig später dazu. Schaukeln, verstecken, rennen,
rutschen und klettern. Minimuffins, Blueberrys, Kirschtee.

Als die beiden schnaufend in ihrem hohen Turm rauf gingen, planten
sie das Abendmahl. Da es ein so warmer Tag war, hatte die Königin dem
gesamten Personal frei gegeben und so machten sich beide selbst daran,
alles zu zubereiten. Nudeln, Soße und Käse, hatte die kleine Dame bestellt.
Salat die Große. Mit goldenem Besteck aßen beide ihre Teller leer und
gingen dann in ihren königlichen Balkongarten um Erdbeeren und
Tomaten zu pflücken.
Gleich im Anschluss machten sich sofort für die abendliche Runde startklar.
Leider gab es an diesem Abend kein Spiel der Fußball WM. Die Königin
nahm sich vor, sich darüber zu beschweren und ein paar Kündigungen
wegen des "genehmigens von Spielfreien Tagen"zu veranlassen.

Wenig später gingen die zwei Damen ihre Straße entlang. Die kleine
schob einen Puppenwagen vor sich her, die andere lief ihr lächelnd und
stolz hinterher. Sie gingen wie immer, also wie immer in den letzten Wochen,
zuerst mal Wassereis besorgen. Als sie an "ihrer" Fußballbar, die heute so
ganz ohne Fußball auskommen musste, vorbei gingen, schaute das
aufmerksame Kindchen der Mama plötzlich in die Augen und sprach:
"Sieh mal, die da kennen wir!" Und tatsächlich da saß die "Zusa".
Sogleich gab es ein freudiges Hallo und noch ein Eis wurde besorgt.
Dieses wurde schnatternd und aufschnappernd verschlungen.
Da die Königin mit der Prinzessin natürlich nicht weiter stören wollte,
verabschiedeten sie sich und schlenderten weiter.
Sie unterhielten sich, sie schwiegen, sie liefen, sie blieben
stehen und guckten, wurden beguckt.
Die Königin strich ihrem Kinde eine dicke Haarsträhne aus dem Gesicht.
Es blickte auf und sah mit seinen grünen Augen in ihre grünen.
"I love you!"
An der Sonnenallee fand das Kind ein gelbes Stück Papier und riss
es nach und nach auseinander. Schön sah es aus, wie die kleinen Fetzen
leicht im Wind tanzen. Die beiden taten dies ebenso und standen auch
sogleich wieder vor den Schlosstoren.

Ein letztes Mal an diesem Tag stiegen sie die vielen, vielen Stufen zu
ihrem Schloss hinauf. Ein Buch wurde vorgelesen, die schmutzverkusteten
Füßchen in "Bio-Gänseblümchen-Waschschaum" geschrubbt, die Zähne
gewienert und dann lagen beide Damen auch schon im Bett und fielen in
süße Träume.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann werden sie wohl sehr bald wieder
einen Spielplatz besuchen und ihre Abendrunde drehen.

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