Donnerstag, 16. Oktober 2008

geschichten

……..ich überhöre ein sanftes „sarah!“ und biege in unsere strasse ein.

die bäume sind bis zur hälfte nun schon blattlos. das was noch am blätterkleid vorhanden ist hat sich in ein sattes, leuchtendes gelb verfärbt.

durch das laub auf dem boden renne, schlürfe, wantschel und krieche ich. das raschelt sooo schön. es riecht nach herbst und feuchten blättern.

ein paar sonnenstrahlen zwängen sich immer mal wieder durch den grauen schleier des oktoberhimmels hindurch.


beim 4.hauseingang bleibe ich stehen, der mit der großen grünen tür, die so einen riesigen, schön geschwungenen türgriff hat.

ich taste alles ab, setzte mich auf die stufen, schaue mich ein wenig um.

da vorne steht eine frau die zu warten scheint, ein auto fährt vorbei, mir kommt ein mann mit zwei riesigen hunden entgegen, die so groß sind wie ich selber.



ich geh auch weiter und lasse meine linke hand an den dunklen, kalten kacheln der hauswand entlang streifen. ich bin fasziniert, wie meine fingerspitzen jede unebenheit aufnehmen und wie es leicht kribbelt durch die bewegung.

ist schon interessant, dass sich alles immer anders anfühlt, als man es eigentlich in erinnerung hatte. beim letzten mal war die wand noch ganz warm, dass war im sommer.



ich klopfe laut an die heruntergelassenen weißen rollos des geschlossenen geschäftes und klettere dann auf den türabsatz des nächsten hauses .

ich sehe mich um. eine frau steht ein stück hinter mir, ein radfahrer schlängelt sich vorsichtig vorbei.

ich versuche die klingelknöpfe zu erreichen, komme allerdings nicht ran und gebe nach einem kurzen wutanfall auf.

auf den bauch legen und wie ein reptil den absatz hinunter gleiten, das macht spass.

mir fällt ein, da vorne ist das fenster in dem oft eine katze sitzt. ich spurte los. atemlos komme ich vor dem riesigen fenster zum stehen. schade sie ist nicht da die „persianerin“ in grau.


ich lächle die 2 kinder an die mir entgegen kommen, mache noch einen zwischenstop an der roten hoftür und gehe einer frau nach die vor mir läuft.

ich hole sie ein und überhole sie. sie lächelt mich an.

vor unserem hoftor bleibe ich kreischend stehen, die frau verfolgt mich noch immer.

sie rennt plötzlich auf mich zu, hebt mich hoch und wirbelt mich durch die luft.

ich jauchze vor vergnügen.

wir verschwinden beide in den dunklen hinterhof , pflücken knallerbsen und machen diese augenblicklich platt.

das macht solchen spass, dass die zeit vergessen werden könnte.

als fast keine kleinen, weißen bällchen mehr da sind, lege ich die letzten auf den boden und wir schauen uns mit leuchtenden augen an.

„dankeschön, schätzchen, aber die letzten sind für dich, mein herz!“ sagt mama.

na dann ...peng ...peng!

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