Mittwoch, 1. Oktober 2008

der erste kita tag


sie selber war angezogen, dem kind musste nun noch die regenjacke übergestreift werden.

als sie die tür hinter sich in’s schloss zog wurde ihr bewusst, dies war ein völlig neuer gang den sie nun beide gehen würden.

die ersten stufen nahm sie noch mit schwung, doch je weiter sie hinab ging, desto mehr stiegen ihr tränen in die augen und füllten diese mehr und mehr mit salzigem wasser, bis sie kaum noch das gesicht des kindes erkennen konnte.

los lassen. mal wieder. einmal mehr.

das luft holen bereitete ihr ein wenig anstrengung, nicht nur da das kind auf ihrem arm so groß und schwer geworden war, sondern weil das herz schmerzte und der hals wie zugeschnürt war.

sie traten auf die strasse. kälte, wind und regen schlugen ihnen entgegen. sie drückte das kind noch näher an sich heran zum schutz und so, als wolle sie es nie mehr los lassen.


der weg war schnell gelaufen, zwei kreuzungen und schon standen sie vor der großen tür.

kinderstimmen nahmen sie in empfang. conny kam entgegen. ein liebes hallo von allen und an alle zurück.

ausziehen, sachen einsortieren und hin hängen.an sarahs schubfach und hacken ist das bild mit dem eines gelben kleides.


der morgenkreis wird immer um diese zeit abgehalten. alle setzten sich im kreis und ein lied wird angestimmt, bei dem der reihe nach ein kind in die mitte tritt und etwas vorführen oder zum ausdruck bringen kann.breakdance, springen, hinlegen.... .

als sarah an der reihe ist stellte sich diese ohne zu zögern in die mitte und beginnt zu tanzen, so als ob amy winehouse liefe. Selbstsicher schaut sie in die neue runde. bewegt den kleinen hintern, den oberkörper, die arme.

mama selber lächelte und konnte kein gefühl benennen was ihrem eben gefühltem einen namen geben konnte.

glück, frohsinn, erleichterung, dankbarkeit, stolz, liebe?

das kind es war so groß . in den letzten wochen war ihr das immer wieder schmerzlichst bewusst geworden.


später wurde ausgiebig gespielt. sie saß fast 2 stunden auf dem sofa am fenster, das kind war von der ersten minute an im anderen zimmer verschwunden. hatte die treppe erklommen und spielte mit den puppen und dem herd. in sich versunken sprach sie ihre stimme, um der puppe dinge zu erklären und mit ihrer verstellten stimme sprach diese dann zu ihr zurück.

als es zeit zum gehen war, gab es wieder wutausbrüche und tränen.

morgen dann wieder.

glückseeligkeit.

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