
Gegen halb sieben, am frühen Morgen, in einem fernen Land in einer großen Stadt, schlugen die Prinzessin und ihre Mutter die Königin ihre Augen auf.
Draußen pfiff der Wind und ein Sturm tobte wie verrückt. Die Bäume warfen sich hin und her und alte braune Blätter stobten durch die Lüfte. Also schmissen sie erstmal die Heizung an und gluckten noch ein bisschen kichernd unter den Decken, bis es auch wirklich warm genug zum aufstehen war.
Da das Dienstpersonal am Wochenende ja immer frei hat, bereiteten sie ihr Frühstück selber und chillten auf dem Wohnzimmerboden bei Vollkorn-Finnen und Chai-Latte.
Danach wurde „ge-Puppt“ ohne ende und Kasperletheater gespielt.
Gegen Mittag zogen sich die zwei Damen des Schlosses ihre Mäntelchen an, wickelten sich ihren Schal dick um den Hals, so das man sie ab jetzt „Erbsenkopf“ nennen könnte, und machten sich auf den Weg zum nächsten großen Abenteuer dieser Stadt. Den Bus.
Schon lange bat die kleine Sarah wieder und wieder endlich mal wieder mit dem Doppeldecker zu fahren. So hatte die Königin sich einen „Schlachtplan“ ausgedacht, so der Ausflug auch gleich auf mehreren Ebenen sinnvoll war.
Überrascht hörten die beiden der Busfahrerin zu, die ihnen erklärte, dass im ganzen Februar am Wochenende pro Tag mit einem Ticket hin und her gefahren werden darf.
Im Bus saß das Kindchen natürlich oben in der ersten Reihe und beguckte sich ganz aufgeregt die sich verändernde Welt aus dem zweiten Stock. Für uns Große ist solches nur eine kleine Banalität, doch für ein Kindchen der große, coole, glückliche Wahnsinn und eine ganz wunderbare Freude obendrein. Die Königin saß hinter ihr, beobachtete sie und ihre Freude, strich ihr sanft über’s Köpfchen und lächelte still in sich hinein.
In der Oranienstraße stiegen sie aus und purzelten auch schon in den „Wolle“ –Laden, der an dieser Stelle aber mal wieder so was von empfohlen werden kann.
Die Königin suchte lange, lange Wolle für das Kindchen und Kunstwolle für sich aus. Die kleine Prinzessin spielte derweil ganz entspannt mit den schönen Holzpuppen und guckte Bücher an. Die Zeit rieselte ganz leise an ihnen vorbei.
Da es schon recht spät geworden war und beide sehr hungrig waren, huschten sie schnell auf zwei Barhocker, bestellten sich Möhrencutney und Stäbchen, und schon schnapperten sie ín aller ruhe alles auf.
Nicht lange warteten sie auf den Doppeldeckerbus Heimwärts und saßen, natürlich, wieder oben und vorn. Ein wenig traurig war Prinzessin Sarah dann schon, als an der Sonnenallee die Fahrt zu ende war. Durch den Sturm kämpften sich beide zurück ins Schloss und hatten großes Glück. Denn als sie oben in hohen Turm ankamen, begann es in dicken, schweren Tropfen zu regnen. Ein wenig schauten beide zu, wie diese laut und groß gegen die Scheiben klatschten.
Beide entkamen dem unendlichen grau, indem sie wieder unter den Kissen und Decken verschwanden und erst viel, viel später wieder zum Vorschein kamen, um im hauseigenen Schwimmingpool ein Meersalzbad zu nehmen, bei Yakari, Musik, Büchern zu stricken und zu chillen, zu „Puppen“ und …… zu entspannen.
... um diese Aussicht und die Doppeldecker im Allgemeinen beneidet Anna Luna jeden, der in Berlin wohnt! ;o) Liebe Grüße und einen tollen Wochenstart, die Hansels
AntwortenLöschen;-)
AntwortenLöschenVielen dank. Euch auch!